Druckluftzüge


Druckluftkettenzüge: sicher heben – auch im Dauerbetrieb

Druckluftkettenzüge sind pneumatisch angetriebene Hebezeuge zum Heben und Senken von Lasten – überall dort, wo Robustheit, hohe Einschaltdauer und Sicherheit gefordert sind. Weil sie ohne elektrische Antriebskomponenten auskommen, gelten sie als besonders unempfindlich gegenüber Staub, Feuchtigkeit, Vibrationen und rauen Umgebungen. Ein weiterer Vorteil: Viele Ausführungen eignen sich für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX).

Für die Auslegung und den sicheren Betrieb sind u. a. DIN EN 14492-2 (kraftgetriebene Hubwerke) sowie Vorgaben aus DGUV und Betriebssicherheitsrecht relevant. Wenn Sie Lasten in Ex-Bereichen bewegen, finden Sie hilfreiche Grundlagen in unserer Lösung „Bewegen von Lasten in ex-gefährdeten Bereichen“.

Anwendungsbereiche von Druckluftkettenzügen

Druckluftkettenzüge kommen in vielen Branchen zum Einsatz – typischerweise dort, wo Lasten sehr häufig bewegt werden und Stillstandzeiten minimiert werden müssen:

  • Automotive, Maschinenbau, Metallindustrie: Montage, Instandhaltung, Werkzeugwechsel – oft bei begrenztem Bauraum.
  • Tankreinigung, Chemie, Petrochemie: robuste Hebetechnik, häufig mit Anforderungen an Explosionsschutz.
  • Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie: hygienisch sensible Bereiche, Nassräume, regelmäßige Reinigung.
  • Schwere Industrie, Energie, Werften, Stahlbau: hohe Lasten, Dauerbetrieb und harte Umgebungsbedingungen.

Welche Varianten von Druckluftkettenzügen gibt es – und wofür?

Im Carl Stahl Webshop finden Sie Neuhaus Druckluftkettenzüge (J.D. Neuhaus) in drei klaren Ausprägungen. Sie unterscheiden sich vor allem in Einsatzumgebung, Hygienestandard, Lastbereich und der Nutzungsintensität:

JDN mini – „Standard“ (kompakt, effizient, vielseitig)

Typische Einsatzbereiche: Montagearbeitsplätze, Produktions- und Instandhaltung, Automotive/Maschinenbau.

  • Tragfähigkeit bis 980 kg – ideal bei begrenztem Bauraum und häufigen Hubvorgängen.
  • Stufenlose, feinfühlige Steuerung für präzises Positionieren.
  • Hohe Hub- und Senkgeschwindigkeiten, ausgelegt für 100 % Einschaltdauer (24/7).
  • Integrierter NFC-Sensor zur Unterstützung von Service-/Wartungsprozessen (z. B. via Service-App).
  • Geeignet für ATEX-Zonen 2/22 (je nach Ausführung).

JDN mini – „Food Grade“ (für Hygiene, Nassräume, Reinigung)

Typische Einsatzbereiche: Lebensmittel- und Getränkeproduktion, hygienisch sensible Bereiche, Nassräume.

  • Technisch auf Basis des JDN mini, jedoch konsequent für Food/Pharma weiterentwickelt.
  • Edelstahl bei kette-relevanten Komponenten (z. B. Kette, Kettenführung, Lasthülse, Haken) für hohe Korrosionsbeständigkeit.
  • Lebensmittelverträgliche Schmierstoffe (H1) gemäß HACCP.
  • Sehr beständig gegen Wasser, Feuchtigkeit und Reinigungsmittel; intensiv reinigbar, auch mit Hochdruckreiniger.
  • Geeignet für ATEX-Zonen 2/22; typischer Betriebstemperaturbereich ca. –20 °C bis +50 °C.

JDN PROFI (maximal robust für harte Einsätze & Dauerbetrieb)

Typische Einsatzbereiche: schwere Industrie, Chemie/Petrochemie, Energie, Stahlbau, Werften.

  • Für Anwendungen mit extremen Umgebungsbedingungen und hoher Beanspruchung.
  • Pneumatischer Lamellenmotor mit 100 % Einschaltdauer; sehr robuste, industriegerechte Bauweise.
  • Je nach Ausführung ölarm oder ölfrei – für reduzierte Wartung und saubere Prozesse.
  • Unempfindlich gegen Staub, Feuchtigkeit, Schmutz und (je nach Umfeld) aggressive Dämpfe.
  • Typischer Temperaturbereich ca. –20 °C bis +70 °C; serienmäßiger Explosionsschutz (ATEX).

Worauf ist beim Einsatz zu achten?

Damit ein Druckluftkettenzug sicher und wirtschaftlich arbeitet, sollten u. a. folgende Punkte beachtet werden:

  • Tragfähigkeit und Anschlagmittel passend zur Last wählen (inkl. Lastschwerpunkt, dynamische Einflüsse).
  • Druckluftversorgung sicherstellen (typisch: 6 bar je nach Modell), geeignete Schlauchquerschnitte und Kupplungen verwenden.
  • Umgebung prüfen: Staub/Feuchtigkeit, Temperatur, Reinigungschemie – und bei Ex-Bereichen die Zonenklassifizierung (ATEX) beachten.
  • Sicheres Arbeiten: Last niemals über Personen führen, Quetschstellen sichern, Bediener unterweisen.

Typische Gefahren sind herabfallende oder pendelnde Lasten, Quetsch- und Scherstellen sowie Fehlbedienung. Technische und organisatorische Maßnahmen (z. B. passende Aufhängung, Überlastschutz, regelmäßige Prüfungen, Unterweisung) reduzieren das Risiko deutlich.

Angebot von Carl Stahl: der passende Druckluftkettenzug für Ihren Bedarf

Welcher Druckluftkettenzug der richtige ist, hängt vor allem von Lastbereich, Einsatzhäufigkeit, Umgebungsbedingungen, Hygieneanforderungen und möglichen ATEX-Vorgaben ab.

  • Für kompakte Anwendungen mit hoher Verfügbarkeit eignet sich häufig der JDN mini.
  • Für hygienisch sensible und korrosive Umgebungen ist der JDN mini Food Grade die erste Wahl.
  • Für harte Industriebedingungen, lange Laufzeiten und hohe Lasten ist die JDN PROFI-Serie ausgelegt.

Zulässige Nutzlast je nach Ausführung 125 bis 16.000 kg. Als Aufhängung stehen – abhängig vom Modell – Haken oder (Motor-)Laufkatze zur Verfügung. Ergänzend erhalten Sie bei Carl Stahl passendes Zubehör, z. B. für das Verfahren am Träger oder für eine optimierte Druckluftaufbereitung:

Merkmale und Vorteile von Druckluftkettenzügen

  • 100 % Einschaltdauer / 24⁠/⁠7-Betrieb: Druckluftkettenzüge sind für häufiges Schalten und Dauerbetrieb ausgelegt – ideal, wenn elektrische Antriebe an Grenzen kommen.
  • Stufenlose, feinfühlige Steuerung: Für präzises Positionieren in Montage, Instandhaltung und Produktion.
  • Kompakte Bauform: Besonders der JDN mini bietet hohe Leistungsfähigkeit bei geringem Bauraum.
  • ATEX-Eignung / ex-geschützte Ausführungen: Für Anwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen – je nach Modell und Ausführung.
  • Geringe Wartung & niedrige Gesamtbetriebskosten über die Lebensdauer: Anschaffung, Energie/Druckluft, Wartung, Ersatzteile und Stillstandzeiten. Eine passende Auslegung und Druckluftaufbereitung senken die Gesamtbetriebskosten deutlich.

Wartung und Prüfung von Druckluftkettenzügen

Wie alle Hebezeuge müssen Druckluftkettenzüge regelmäßig gewartet und geprüft werden. Die Prüfintervalle legt der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung fest (BetrSichV). In der Praxis ist für viele Arbeitsmittel mindestens eine jährliche Prüfung durch eine Befähigte Person üblich – abhängig von Einsatzbedingungen und Beanspruchung.

Carl Stahl unterstützt Sie dabei mit professionellen Services – von wiederkehrenden Prüfungen bis zur Instandsetzung:

Fachkundiger Kundenservice und Beratung

Sie möchten einen Druckluftkettenzug auswählen, Ex-Anforderungen klären oder eine passende Konfiguration (Tragfähigkeit, Hubhöhe, Steuerlänge, Aufhängung) definieren? Unsere Experten unterstützen Sie bei Auswahl, Anwendung und sicherem Betrieb.

Mehr zur persönlichen Beratung

FAQ zu Druckluftkettenzügen

Wann ist ein Druckluftkettenzug besser als ein Elektrokettenzug?

Wenn hohe Einschaltdauer, raues Umfeld (Staub/Feuchte), häufiges Schalten oder Ex-Bereiche im Fokus stehen. Pneumatik kann hier klare Vorteile bieten.

Was bedeutet „ex-geschützt“ bei Druckluftkettenzügen?

Ein druckluftkettenzug ex-geschützt ist für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen ausgelegt (ATEX). Entscheidend sind u. a. Zone, Medium (Gas/Staub) und die geforderte Gerätekategorie.

Was ist der Unterschied zwischen mini „Standard“ und mini „Food Grade“?

Der „Food Grade“ ist für Hygieneprozesse optimiert (Edelstahl-Komponenten, reinigungsfreundlich, HACCP-konforme Schmierstoffe). Der „Standard“ ist auf allgemeine Industrieanwendungen mit maximaler Effizienz ausgelegt.

Welche Druckluftversorgung brauche ich?

Je nach Modell arbeitet der Druckluftkettenzug typischerweise mit 6 bar. Wichtig sind zudem ausreichender Volumenstrom, geeignete Schlauchdimensionen und eine passende Aufbereitung (Filter/Lubrikation).

Wie oft müssen Druckluftkettenzüge geprüft werden?

Die Fristen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Häufig ist eine wiederkehrende Prüfung mindestens jährlich sinnvoll – bei intensiver Nutzung oder schwierigen Umgebungen ggf. häufiger.