Carl Stahl Hebetechnik

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Moderne Kransysteme - Was es zu beachten gilt

Krane sind komplex, dieser Tatsache folgend gibt es die unterschiedlichsten Normen in Abhängigkeit von der jeweiligen Anwendung. So bezieht sich die EN 13000 auf Fahrzeugkrane, die EN 15011 auf Brücken- und Portalkrane, die EN 13852-1 und EN 13852-2 auf Offshore Krane und die EN 12999 auf Ladekrane. Krane welche unter keine spezielle Norm fallen, fallen unter allgemeine Krannormen. Hier ist die Normenreihe EN 13001 praktisch die Mutter aller Normen wenn es um Krankonstruktion allgemein geht. Im nationalen Vorwort der DIN EN 13001-1:2015-06 wird darauf hingewiesen: „dass unter dem Begriff „Kran“ alle Maschinen zum zyklischen Heben oder zum zyklischen Heben von an Haken oder anderen Lastaufnahmeeinrichtungen hängenden Lasten verstanden werden. Das bedeutet, dass diese Norm auch z.B. für Winden, die diese Definition erfüllen, anzuwenden ist.“[1]

Hubklassen und S-Klassen

Alle Krane sind in Hubklassen und S-Klassen eingestuft. Die Hubklasse berücksichtigt die zusätzlichen Massekräfte beim Anheben und Senken von Lasten durch z.B. plötzliches Abbremsen oder unerwartet schnelle Beschleunigung. Je ruckartiger dies erfolgt, desto größer ist die zu wählende Hubklasse. Die Hubklassen werden von HC1 bis HC4 unterschieden. Ein handbetriebener Kran fällt dabei in die Hubklasse HC1. Lagerkrane, Traversenkrane und Schrottplatzkrane im Dauerbetrieb fallen unter die Hubklassen HC3 oder HC4.

Die S-Klasse berücksichtigt die Benutzungshäufigkeit pro Zeiteinheit, den sogenannten Spannungsspielbereich und den Anteil der Belastungsvorgänge mit leichten, mittleren oder schweren Lasten (Spannungskollektiv) des Krans. Die S-Klassen werden unterteilt von S0 bis S9. Ein einfacher Montagekran fällt hier meist in die S-Klassen von S0-S2, Gießkrane etwa in die S-Klassen S6-S8.

Sicherheit

Krane werden zum Heben eingesetzt und sollen für das sichere Verbringen von Gütern eingesetzt werden. Damit die Krane nicht selbst zum Risiko werden müssen diese konstruktiv den Anforderungen in der Einsatzpraxis entsprechen. Hierzu muss durch Berechnungen nachgewiesen werden, „dass ein Kran unter Berücksichtigung der zwischen Betreiber, Konstrukteur und/oder Hersteller vereinbarten Einsatzbedingungen sowie der Zustände während Montage, Demontage und Transport in Übereinstimmung mit den Sicherheitserfordernissen zur Vermeidung mechanischer Gefahren konstruiert worden ist.“[2] Für die Sicherheit in der Anwendung von Kranen reicht es aber nicht aus wenn Konstrukteure Extremwerte von Lasteinwirkungen berechnen und Sicherheitsspielräume einplanen. Auch die Anwender müssen im Umgang mit Kranen geschult werden. An unseren Standorten in Ottobrunn und Süßen bieten wir Seminare zur Befähigung zum Führen von kraft- u. teilkraftbetriebenen Kranen mit Kranfahrausweis an. Mit der Ausbildung zum Kranfahrer nach DGUV Grundsatz 309-003 und dem Erlangen des Fahrausweis für Krane erhalten die Teilnehmer das Wissen und die Fähigkeit, Ihre Tätigkeit am und mit dem Kran zuverlässig und unfallfrei zu verrichten. Die Teilnehmer erhalten Kenntnisse über die geltenden Unfallverhütungsvorschriften, sie erwerben die Fahrbefähigung zur fachgerechten, eigenständigen, fehlerfreien und zuverlässigen Führung des Kranes und lernen eventuelle Fehler am Kran zu erkennen. Auch die Ausbildung zur Befähigten Person für die Prüfung von Krananlagen bieten wir an. Der Teilnehmer ist nach dem Seminar in der Lage, eine wiederkehrende Prüfung gemäß § 26 DGUV Vorschrift 52 an einem Kran korrekt durchzuführen. Darüber hinaus ist er befähigt, deren sicheren Zustand zu beurteilen.

Schwenk- und Portalkrane

Im Bereich Krane arbeitet Carl Stahl mit den Branchengrößen zusammen. Zu diesen gehört u.a. VETTER Krantechnik. Diese haben in ihrem umfangreichen Portfolio für fast alles eine Lösung. Bereits das große “Standardprogramm“ an Säulen-, Wand-, und mobilen Schwenkkranen deckt die meisten Anforderungen ab, genauso wie es auch die Portalkrane und Lastwendegeräte tun. Für alle darüber hinaus gehenden Anforderungen entwickelt VETTER gern individuelle Lösungen. Selbstverständlich erfolgt die Lieferung aller neuen Krane nach den jeweils gültigen Normen. Für sicheren Stand der Krane sorgen z.B. Dübelbefestigung auf Betonboden, Fundamentbefestigung mit Ankerschrauben oder Befestigungen auf Stahlkonstruktionen oder Maschinen. Gerade für Anwendungen im Außenbereich ist eine qualitativ hochwertige Freigeländelackierung erforderlich um eine langfristige Lebensdauer der Krane zu gewährleisten. 

Sollen Drehkrane im Außenbereich betrieben werden, so sind besondere Maßnahmen erforderlich. Neben einem obligatorischen Wetterschutzdach für die Ruheposition der Hebezeugs ist eine Vollverzinkung der Stahlkonstruktion und/oder ein witterungsbeständiger Deckanstrich unbedingt erforderlich. Der Kran ist mit einer Arretierungsvorrichtung, die gleichzeitig als Windsicherung dient, auszustatten.

Desweiteren werden UV- und witterungsbeständige Leitungskabel benötigt. Je nach Einsatzzweck und -ort (unter einer Überdachung, an einem Fluss- oder Meeresufer, einer Kläranlage etc.) sind zudem zusätzliche Vorkehrungen zu treffen.

Auch Portalkrane können in Freigeländen eingesetzt werden, häufiger finden sie aber Einsatz in Hallen. Für einfaches Transportieren einer Last entlang einer festgelegten Linie eignen sich Einschienenportale. Diese finden z.B. dann Anwendung wenn zwei Bearbeitungsmaschinen verknüpft werden sollen. Zweischienenportale sind besonders geeignet bei Hallen, welche nicht in der Lage sind z.B. einen Brückenkran zu tragen oder die eine geringe Bauhöhe aufweisen. Diese Art von Kran ermöglicht es mehrere Kranbrücken gleichzeitig zu nutzen. Möglich ist oft auch eine beliebig Länge der Kranbahn durch die Aneinanderreihung von mehreren Feldern.  

 

 



[1] DIN EN 13001-1:2015-06 Seite 2

[2] DIN EN 13001-1:2015-06 Seite 8

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